Konrád Égi OCist
Zisterzienser der Abtei Zirc; Seelsorger, Generalassistent in Rom
* 22. Mai 1935 Vaskút, Ungarn
† 7. Dez. 2025
Konrád Égi, Taufname Ferenc, wurde am 22. Mai 1935 in Vaskút (deutsch Eisenbrunn), zehn Kilometer südöstlich von Baja, als erstes Kind von István Égi und Mária Hellenbarth geboren.[1] Er begann seine Ausbildung an der Bürgerschule für Buben vor Ort und setzte sie anschließend am Zisterziensergymnasium in Baja fort. Seine Familie musste nach dem Zweiten Weltkrieg wegen ihrer schwäbischen Herkunft viele Schwierigkeiten bewältigen, zuerst drohte ihnen die Zwangsumsiedlung, dann wurden sie als „Kulaken“ klassifiziert. Nach der Verstaatlichung der konfessionellen Schulen durch die kommunistische Regierung konnte Ferenc aufgrund seiner klerikalen Einstellung seine Ausbildung vorübergehend nicht fortsetzen.
Deshalb bewarb er sich im Sommer 1950 als Oblate in der Zisterzienserabtei Zirc. Da zu diesem Zeitpunkt bereits die Aufhebung der Tätigkeitsgenehmigung der Ordensgemeinschaften bevorstand, schickten die Klostervorsteher ihn zum Abschluss seiner Ausbildung an das Benediktinergymnasium in Pannonhalma. Nach der Matura wurde er im Sommer 1954 heimlich als Kandidat des Ordens aufgenommen. Am 19. März 1955 nahm er in einem Dienstbotenzimmer einer Villa in Budapest hinter verschlossenen Türen den weißen Habit der Zisterziensernovizen an, den er nur wenige Stunden tragen durfte. Dabei erhielt er den Ordensnamen Konrád.
Nach Abschluss seines Noviziats legte er am 1. September 1956 seine zeitliche Profess ab. Anschließend begann er sein Theologiestudium am Priesterseminar in Eger, offiziell als Priesteramtskandidat der Diözese Vác. Später kam er an das Zentralseminar in Budapest, musste jedoch aus politischen Gründen für sein letztes Studienjahr nach Eger zurückkehren. In der Zwischenzeit setzte er heimlich seine monastische Ausbildung fort, die von seinem Novizenmeister P. Lóránt `Sigmond geleitet wurde. Am 19. Juni 1960 empfing er durch den Apostolischen Administrator, Weihbischof Vince Kovács, in der Kathedrale von Vác die Priesterweihe.
In den folgenden zehn Jahren hatte er häufig wechselnde Kaplansstellen inne: 1960–1962 in Ceglédbercel, 1962–1964 in Csongrád, 1964–1965 in Szabadszállás, 1965–1967 in Örkény, 1967–1968 in Kiskunmajsa und 1968 in Ócsa. Am 10. Juli 1965 legte er (heimlich) seine feierliche Profess in die Hände von Abt Vendel Endrédy in dessen Zimmer in Pannonhalma ab. Seine erste Stelle als Seelsorger hatte er in Úri, wo er ein Jahr lang als Administrator tätig war. Von 1969 bis 1976 diente er als Pfarrer in Cserhátsurány. Von 1976 bis 1988 belebte er als Leiter der Herz-Jesu-Kirche in Szentes das Gemeindeleben und gründete eine Jugendgemeinschaft, mit deren Mitgliedern er bis zu seinem Tod in engem blieb Kontakt blieb.
1988 wurde P. Konrád Pfarrer in Nagyvenyim, wo nach der Wende das Noviziat des Ordens wieder aufgenommen wurde. Neben seinem pastoralen Dienst übernahm er dort die Begleitung der jungen Novizen. Von 1992 bis 1994 leistete er in der Begleitung der in Rom studierenden Novizen seinen Dienst im Generalatshaus des Ordens in Rom. Während dieser Zeit übte er neben dem damaligen Generalabt Polykarp Zakar OCist die Aufgaben eines Generalassistenten aus, wodurch er im gesamten Orden viele Bekanntschaften knüpfte.
1994 nach Ungarn zurückgekehrt, wurde er Religionslehrer am wiedereröffneten Zisterziensergymnasium in Eger. 1996 übernahm er erneut einen pastoralen Dienst, diesmal im Bakony-Gebirge. Dort war er bis zu seiner Pensionierung 2011 Pfarrer der Gemeinden Borzavár und Porva. Danach übernahm er die Seelsorge im vom Kloster geführten Pflegeheim des Hl. Bernhard, die er trotz seiner nachlassenden körperlichen Kräfte bis zu seinem Tod am 7. Dezember 2025 ausübte.
Er wurde auf dem Zisterzienserfriedhof in Zirc bestattet.
Nivárd Halász, Dez. 2025
- ↑ Auch P. Beda Lackner OCist stammte aus Vaskút.
Daten:
Vest.: 19. März 1955; Prof.: 1. Sep. 1956, 10. Juli 1965; Sac.: 19. Juni 1960.Literatur:
Nachruf.Vorlage:Page.name: EGI, Konrad OCist (1935–2025) – Biographia Cisterciensis
