Cupis, Martin

Martin Cupis de Camargo

Martin Cupis de Camargo

Abt der Zisterzienserabtei Villers 1705–1714; Generalvikar für Belgien

* 1651 Bousval
† 26. Dez. 1714 Villers-la-Ville

Martin de Cupis, genannt de Camargo, aus Bousval bei Genappe, war ein Großneffe des Kardinals Giovanni Domenico de Cupis († 1553). Marguerite de Cupis de Camargo, Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei La Ramée 1712–1715 war seine Schwester.

Die Abtwahl fand am 10. Februar 1705 statt unter dem Vorsitz des brabantischen Kanzlers Baron von Goyck und des Abtes von St. Bernhard an der Schelde in Hemiksem, Antonius Spanoghe. Die Wähler entschieden sich mit 43 Erststimmen und vier Zweitstimmen fast einstimmig für Martin de Cupis. Der war bis dahin Sekretär des verstorbenen Abtes Pinchart gewesen und hatte sich als Beichtvater und geistlicher Direktor der Zisterzienserinnenabtei Wauthier-Braine bewährt. Die staatliche Ernennungsurkunde trägt das Datum Brüssel, 18. Februar 1705.

Der angeschlagene Gesundheitszustand des Abtes bremste seine Tätigkeit. Er lebte weiterhin die meiste Zeit in Wauthier-Braine und war oft bettlägerig, obwohl er sich sich so gut es ging um die Verwaltung des Ordens kümmern musste, zu dessen Generalvikar in Belgien er (für fünf Jahre) ernannt worden war. Einen Teil seiner Befugnisse übertrug er einem Mönch namens Étienne Leclercq, der die geistliche Leitung der Fremden und Bediensteten übernahm, oder dem Prior, der die Visitationen der Klöster übernahm.

Auf Martin de Cupis warteten enorme Restaurierungskosten. Die französischen Armeen hatten die Abteigüter 1705, 1707 und 1708 verwüstet. Mellemont und Schoten hatten enorm gelitten. Der Abt musste die Scheunen und Bauernhöfe instandsetzen lassen. Er verschönerte die Abteikirche, u.a. indem er einen neuen Fußboden verlegen und eine neue Sakristei bauen ließ.

Er starb am 26. Dezember 1714 im 63. Lebensjahr und wurde in der Abteikirche an der Seite des Abtes Moniot (†1697) bestattet. Zu seinem Nachfolger wurde 1716 Jacques Hache ernannt.

gge, Okt. 2025


Daten:

Abbas: el. 10. Feb. 1705; nom. 18. Feb. 1705.

Literatur:

Ploegaerts, Théophile: Les abbés de Villers, in: Annales de la société archéologique et folklorique de Nivelles et du Brabant wallon, t. VIII, 1907, S. 383–417 · Monasticon Belge. Band II (Province de Brabant), Teil 4. Lüttich: Centre national de recherches d'histoire religeuse, 1968, S. 399.

Zitierempfehlung: Cupis, Martin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.10.2025, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Cupis,_Martin

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