Engelbert Delfortrie
letzter Abt der Zisterzienserabtei Baudelo in Gent 1759–1794
* 29. Nov. 1723 Ypern
† 13. Okt. 1794 Groningen
Engelbertus Delfortrie oder Del Fortrie[1] wurde am 29. November 1723 in Ypern geboren. Am 2. Februar 1744 wurde er in der Zisterzienserabtei Baudelo in Gent eingekleidet und legte am 2. Februar 1745 die Profess ab. Bischof Maximilian Anton van der Noot weihte ihn am 12. Juni 1745 zum Subdiakon und am 18. Dezember desselben Jahres zum Diakon. Am 24. September 1746 empfing er – da er das kanonische Alter (25 Jahre) dafür noch nicht erreicht hatte mit päpstlicher Dispens – von Bischof Guillaume Delvaux von Ypern die Priesterweihe. 1748 erhielt er das Bakkalaureat an der Universität Löwen und wurde in der Abtei als Lektor für Theologie eingesetzt.
Bei der nach dem Tod des im Vorjahr verstorbenen Abtes Antonius Patheet (1735–1758) abgehaltenen Wahl am 13. Januar 1749 erhielt er zwar nicht die Mehrheit, wurde aber dennoch durch Patentbrief vom 22. März 1759 von Kaiserin Maria Theresia zum Abt ernannt und trat sein Amt am 16. Juni desselben Jahres an. Am 28. Mai 1759 wurde er vom Abt von Clairvaux, Pierre Mayeur, zum Visitator der Genter Zisterzienserinnenklöster Doornzele, Ter Hagen, Oosteeklo und Bijloke sowie des Klosters Ter Roosen in Aalst ernannt. In dieser Eigenschaft prüfte er am 18. September 1760 eine Novizin in Bijloke.
Unter Delfortries Leitung wurde die Abtei weiter verschönert und erweitert. Er ließ verschiedene Gemälde zur Ausschmückung der Abteikirche anfertigen. Er war es auch, der die große Orgel bauen ließ, die sich heute in der Reformierten Kirche in Vlaardingen befindet und am 5. September 1765 von dem neunjährigen Wolfgang Amadeus Mozart gespielt wurde. 1776 kaufte er die Bücher und die Kanzel des aufgelösten Klosters der englischen Jesuiten und erwarb 1778 deren Anwesen, das an den Garten der Abtei grenzte. Er ließ das Kloster und die Kirche abreißen und baute an ihrer Stelle ein imposantes Abtshaus, das noch heute existiert (in ihm war später die Schule „St-Georges” untergebracht).
1764 leitete er die Abtwahl in der Abtei Villers (→Robert de Bavay), 1767 die Wahl der neuen Äbtissin von Maagdendale in Oudenaarde (→Beatrijs van Meldert) und 1769 in der Abtei Guldenberg (Mont-d’Or) in Wevelgem (→Caroline de Patin). Im Mai 1782 wurde er, da Kaiser Joseph II. jeden Kontakt zur ausländischen (französischen!) Ordensleitung verboten hatte, auf dem Nationalkapitel der Zisterzienser in Brüssel (unter dem Vorsitz des Abtes Bruno Vallez von Moulins) für vier Jahre zum Generalvisitator der belgischen Klöster gewählt. Am 9. Juni 1784 wurde er mit der Wahl einer neuen Äbtissin in Guldenberg beauftragt (Albérique de Madre). Am 29. August desselben Jahres weihte er als Generalvikar Sabina Bruggheman zur Äbtissin von Bijloke. Am 20. April 1790 visitierte er erneut das Kloster Guldenberg in Wevelgem.
1793 floh er vor der heranrückenden französischen Revolutionsarmee nach Groningen, wo er am 13. Oktober 1794 starb.
gge, Okt. 2025
- ↑ im Monasticon Belge: Delforterie
Daten:
Vest.: 2. Feb. 1744; Prof.: 2. Feb. 1745; Sac.: 24. Sep. 1746; Abbas: nom. 22. März 1759, inst. 16. Juni 1759.Werke:
Lovanii 28. maii anno 1748. Theses sacræ, ex Epistola B. Pauli ad Ephesios. [...] . Præside [...] Joanne Josepho Guyaux [...] defendet Engelbertus Delfortrie Yprensis, religiosus abbatiæ Beatæ Mariæ de Baudeloo ordinis Cisterciensis. S.l.: typis Martini van Overbeke. 1748?.Literatur:
Monasticon Belge. VII, 3. Lüttich: Centre national de recherches d'histoire religeuse, 1980, S. 268.Vorlage:Page.name: DELFORTRIE, Engelbert OCist – Biographia Cisterciensis
