Hentschel, Ottilia

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Ottilia Hentschel

Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern 1697–1710

† 27. Jan. 1710

Ottilia Hentschel aus Bautzen war eine Tochter des Elias Hentschel, Amtmann in Bernstadt (auf dem Eigen). Der Vater starb am 28. März 1705. Zuvor hatte er dem Kloster eine goldene Kette und jeder Chorfrau einen Taler vermacht. Ottilias Bruder Elias wurde ebenfalls Amtmann in Bernstadt. Er stiftete zur Zeit der Äbtissin Cordula Sommer dem Kloster eine Statue für die Abteikirche.

Äbtissin Ottilia stand dem Kloster vom 4. November 1697 (ihre Vorgängerin Katharina Benada war am 25. Oktober gestorben) bis zu ihrem Tod am 27. Januar 1710 vor. Sie ließ 1699 in der Stiftskirche eine neue Orgel aufstellen und 1703 das Gasthaus in Panschwitz erbauen. 1706 wurde der neue Pfarrhof in Crostwitz gebaut (1890 wieder abgetragen)[1], 1709 der Choraltar errichtet, der 1860 renoviert wurde.

Zur Zeit des nordischen Krieges, in den auch Kurfürst Friedrich August als polnischer König verwickelt war, als König Karl XII. mit dem schwedischen Heer durch Bernstadt zog, flohen die Zisterzienserinnen am 4. September 1706 über Schluckenau (Šluknov), Böhmisch Kamnitz (Česká Kamenice) und Liebeschitz (Liběšice) nach Leitmeritz (Litoměřic), wo sie beim bischöflichen Tafeldecker unterkamen, in dessen Haus sie neun Wochen, dann im Provianthaus acht Wochen blieben, bis sie in drei Abteilungen am 26. September 1706, am 7. Januar 1707 und am 25. Januar 1707 wieder nach Marienstern abreisten. Die Äbtissin kam mit der letzten Abteilung am 27. Januar 1707 wieder in Marienstern an.

Zur Zeit der Äbtissin Ottilia ereignete sich am Tag vor Christi Himmelfahrt, den 12. Mai 1706, vormittags von 10 bis 11 Uhr, während der wendischen Predigt eine totale Sonnenfinsternis. 1709 kaufte Äbtissin Ottilia ein Vorwerk in Schweinerden, dessen Nutznießung ihre Schwester Margaretha, ihr Schwager Ferdinand Siegfried Philippi und ihr Bruder Elias Hentschel haben sollten. Erst nach deren Tod fiel es an das Kloster.

gge, Nov. 2024

  1. Das alte Pfarrgut war baufällig und wurde abgerissen. An seine Stelle wurde der Friedhof erweitert.

Literatur:

[Hitschfel, Alexander]: Notizen über das Cisterzienserinnen-Kloster Marienstern in der königlich sächsischen Lausitz. Ambr. Opitz in Warnsdorf, 1878, S. 15–16 · Ders.: Chronik des Cisterzienserinnenklosters Marienstern in der königlich sächsischen Lausitz. Opitz, 1894.

Zitierempfehlung: Hentschel, Ottilia, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 19.11.2024, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hentschel,_Ottilia

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