Joannes van Heymissen
Abt der Zisterzienserabtei Hemiksem 1663–1678
* 13. Dez. 1621 ’s Hertogenbosch
† 6. Okt. 1678 Burtscheid
Joannes van Heymissen wurde am 13. Dezember 1621 in ’s Hertogenbosch in den Niederlanden geboren. Sein Vater Philippus van Heymissen war dort Organist an der St. Janskerk, ließ sich aber nach 1629 in Löwen in den spanischen Niederlanden (heute Belgien) nieder.
Johannes studierte die Humaniora in Turnhout und zwei Jahre Philosophie in Douai. Seinem Wunsch, in die Zisterzienserabtei St. Bernard an der Schelde in Hemiksem einzutreten, wurde vom Bischof von Antwerpen, Gaspar Nemius (Gaspar van den Bosch), seinem Verwandten, entgegengewirkt, der ihm eine reich dotierte Kanonikerstelle anbot. Die Abteimitglieder, die eine Trennung zwischen Bistum und Abtei wünschten, nahmen einen Verwandten des Bischofs und Kommendatarabtes nicht gerne auf. Dennoch erreichte Johannes sein Ziel. Er legte am 3. Juni 1646 sein Gelübde in der Abtei ab und wurde am 28. März 1648 zum Priester geweiht. Danach studierte er noch ein Jahr Theologie in Löwen am Kolleg der Abtei von Aulne und ein Jahr in Douai, woraufhin er als Lektor für Theologie und Philosophie in der Abtei tätig war.
Bei der nach dem Tod des Abtes Judocus Gillis († 25. Februar 1660) im Mai 1660 unter dem Vorsitz des Abtes Gerardus de Baere von Ten Duinen, Generalvikar der Zisterzienserklöster in den südlichen Niederlanden, und des Kanzlers Filip Willem van Steenhuys, Baron van Poederlé, abgehaltenen Neuwahl wurde Van Heymissen mit 22 Erststimmen, 6 Zweitstimmen und 4 Drittstimmen gewählt. Die Installation zum Abt, dem zweiten nach der Trennung von Bistum und Abtei 1649, erfolgte aber erst am 18. November 1663.[1] Zu dieser Gelegenheit wurden mehrere panegyrische Festpredigten gehalten, die auch gedruckt erschienen.
Die Chronik der Abtei lobt Van Heymissens Amtsführung in höchsten Tönen. An Herausforderungen mangelte es ihm nicht. Die Abtei erlitt schwere Verluste durch Überschwemmungen und Deichbrüche ihrer Polder, alle Zehnten in der Markgrafschaft Bergen-op-Zoom wurden von den Staaten von Holland beschlagnahmt, und zu allem Übel brannten am 14. September 1672 durch die Unachtsamkeit der Klempner die Kirche und Teile der Abtei nieder (v.a. der erst 1664 fertiggestellte Westflügel), wodurch eine Vielzahl von Kunstschätzen und die Bibliothek zerstört wurden. Der Wiederaufbau wurde sofort in Angriff genommen; 1677 war die Kirche fast vollständig restauriert. In dieser Zeit führte der Abt einen langwierigen Rechtsstreit mit dem Schöffenrat von Rupelmonde über die Fischereirechte in der Schelde.
Schon länger krank, begab sich Abt van Heymissen zur Kur nach Spa und anschließend zu den Heilquellen von Aachen. Er starb am 6. Oktober 1678 in der Zisterzienserinnenabtei Burtscheid bei Aachen und wurde im Chor seiner Abteikirche beigesetzt. Sein Porträt, gemalt von (Jan oder Mattheus) van Helmont nach dem Leichnam, wird in der Abtei St. Bernard in Bornem aufbewahrt.
gge, Okt. 2025
- ↑ Fruytier schreibt, er wäre in einem ersten Wahlgang gewählt, aufgrund von Intrigen jedoch als Ausländer von der Liste gestrichen worden. Bei einer neuen Wahl einstimmig gewählt, dauerte es vier Jahre, bis er die Ernennungsurkunde erhielt.
Daten:
Prof.: 3. Juni 1646; Sac.: 28. März 1648.Literatur:
Fruytier, Amedeus: [Heymissen, Joannes van], in: Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 2 (1912) · Van Doninck, Benedictus: Obituarium Loci St. Bernardi (Lerins 1901), S. XXVI und 130–131 · Monasticon Belge, Band 8, Province d'Anvers, Volume 2. Liège: Centre national de recherches d’histoire religeuse, 1993, S. 70–71.Weitere Literatur:
Robertus Mangarda: Oratio panegyrica in sacr. ac sol. inauguratione Rev. ac ampl. domini Joannis van Heymissen ex erudito S. Theologiae lectore abbatis meritissimi (Antv. 1663) · Ludovicus de Fraey: Congratulatio R.R.D.D. Joanni van Heymissen abbati Loci S. Bernardi (Antv. 1663) · Edmundus Sloots: Oratio funebris in exequiis ampl. dom. Joannis van Heymissen B.M. Loci Sti. Bernardi abbatis (Antv. 1679) · A. Sanderus, Chorographia sacra Brabantiae (ed. 1726) I, 472 · Gallia Christiana V, 147 · Taxandria XVI (1909), S. 270, 271.Vorlage:Page.name: HEYMISSEN, Joannes van OCist (1621–1678) – Biographia Cisterciensis