Hradil, Gerhard

Gerhard Hradil
Foto: Stift Heiligenkreuz

Gerhard Hradil OCist

66. Abt des Klosters Heiligenkreuz 1983–1999

* 28. Okt. 1928 Wien
† 12. April 2026 Heiligenkreuz

Gerhard Hradil, Taufname Karl, wurde im Oktober 1928 als einer von vier Söhnen des Ehepaares Josef und Helene Hradil in Wien geboren. Der Vater Josef Hradil war Sängerknabe im Stift gewesen.

Nach der Matura am Humanistischen Gymnasium in Hietzing 1947 trat er in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz ein. Seine zeitliche Profess legte er am 14. September 1948 in die Hände von Abt Karl Braunstorfer ab, drei Jahre danach die feierliche Profess. Nach dem Studium am abteieigenen Theologischen Institut wurde er am 23. November 1952 in der Stiftskirche von Kardinal Innitzer zum Priester geweiht. Danach war er unter anderem Seelsorger in Heiligenkreuz, Siegenfeld, Grub und Trumau wie auch Dekanatsjugendseelsorger.

Seit 1959 war er Pfarrverweser in Trumau, bis er 1966 als Novizenmeister (bis 1982), Subprior und Spiritual in das Kloster zurückkehrte. Bis 1983 war er außerdem zu verschiedenen Zeiten Klerikerpräfekt, Kantor und Lateinprofessor. 1977 bestellte ihn Abt Franz Gaumannmüller zum Prior. Am Herz-Jesu-Fest, dem 10. Juni 1983, wurde er zum Abt gewählt. Seine Benediktion durch Franz Kardinal König fand am 10. Juli 1983 statt.

1984 bis 1989 war Hradil Vorsitzender der diözesanen Ordensoberenkonferenz und 1991 bis 1997 gewählter Präses der Österreichischen Zisterzienserkongregation. Von 1996 bis 1999 war er Prior der neugegründeten Komturei Baden-Wiener Neustadt des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Am 21. September 2012 promovierte ihn Kardinalgroßmeister Edwin O’Brien zum Komtur mit Stern.

Trotz Erreichens der Altersgrenze von 70 Jahren noch einmal im Amt bestätigt, musste er doch kurz darauf aus Krankheitsgründen resignieren (Nachfolger: Gregor Henckel-Donnersmarck). Nach seiner Emeritierung war er Magister der Junioren, Spiritual und Exerzitienleiter; bis zum Band 2011 war er Schriftleiter des Heiligenkreuzer Jahrbuches Sancta Crux.

Höhepunkte seiner Amtszeit waren 1983 das 850-Jahr-Jubiläum des Stiftes, drei Jahre danach der Besuch des deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und 1988 der Besuch von Mutter Teresa aus Kalkutta. Im selben Jahr gründete Heiligenkreuz auf Wunsch des Ruhrbischofs Franz Hengsbach das Priorat Bochum-Stiepel.

Er starb in den frühen Morgenstunden des Barmherzigkeitssonntags 2026, im 98. Lebensjahr. Das Requiem am 18. April 2026 in der Stiftskirche, anschließend Begräbnis am Klosterfriedhof.

gge, März 2018, rev. April 2026


Daten:

Vest.: 13. Sep. 1947; Prof.: 14. Sep. 1948; Sac.: 23. Nov. 1952; Abbas: el. 10. Juni 1983, ben. 10. Juli 1983, res. 11. Feb. 1999; Dev.: Ex toto corde (Aus ganzem Herzen; Dtn 6,5).

Werke:

zahlreiche Beiträge in Sancta Crux.

Literatur:

Schachenmayr, Alkuin: Prägende Professoren in der Entwicklung des theologischen Lehrbetriebes im Cistercienserstift Heiligenkreuz 1802–2002. Langwaden: Bernardus, 2004, S. 265.

Normdaten:

GND: 12566219X · Prometheus LMU

Zitierempfehlung: Hradil, Gerhard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 29.04.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hradil,_Gerhard

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