Alois Lintner
Cellerar und Prior der Zisterzienserabtei Lilienfeld
* 17. Dez. 1802 Znaim, Mähren
† 9. Feb. 1890 Lilienfeld, Niederösterreich
Alois Lintner, Taufname Johann Lazarus, geboren am 17. Dezember 1802 zu Znaim in Mähren als Sohn eines Webermeisters, trat – dem Beispiel seines unter dem Namen Amand im Benediktinerstift Altenburg eingekleideten älteren Bruders Anton Josef folgend – am 3. Oktober 1821 unter Abt Malachias Schmeger in das Zisterzienserstift Lilienfeld ein, wo er zu Ehren des damals neugewählten (und ebenfalls in Znaim geborenen) Altenburger Abtes Alois Messerer den Namen Alois erhielt. Er absolvierte die philosophischen Kurse in Brünn und studierte Theologie in Heiligenkreuz. Am 1. November 1824 legte er die Profess ab, wurde am 18. August 1826 von Bischof Pauer in St. Pölten zum Priester geweiht und primizierte am 27. August 1826.
Nur kurze Zeit wirkte er als Kooperator in Unterretzbach bei Znaim, denn im Januar 1832 findet man ihn bereits als Pfarrer in Lehenrotte bei Lilienfeld, von wo er 1836 als Sakristeidirektor ins Stift, im selben Jahr aber noch als Pfarrer nach Meisling kam. Am 25. März 1852 zum Pfarrer von Radelbrunn ernannt, übernahm er am 5. August 1853 die Verwaltung des Stiftsgutes Unterdürnbach und auch die dortige Seelsorge und kehrte erst 1871, nachdem er wiederholt heftige Anfälle von asthmatischen Leiden überstanden hatte, ins Stift zurück, wo er von 1872 bis 1882 das Amt eines Kellermeisters versah.
Aus Anlass seiner Sekundiz 1876 zum bischöflichen Titularkonsistorialrat von St Pölten ernannt, übernahm er am 26. März 1878, nach dem Tod des Priors Emmerich Dorner, zum Kelleramt noch das Priorat, mit dem das Amt des Pfarrverwesers in der ca. 4000 Gläubige zählenden Stiftspfarrei verbunden war. In Berücksichtigung seines langjährigen Wirkens erhielt er mit Datum vom 24. Mai 1883 das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens.
Er starb am 9. Februar 1890 an den Folgen einer Lungenentzündung und wurde am 12. Februar auf dem Klosterfriedhof bestattet.
gge, März 2026
Daten:
Vest.: 3. Okt. 1821; Prof.: 1. Nov. 1824; Sac.: 18. Aug. 1826; Prim.: 27. Aug. 1826.Literatur:
Nachruf in Cistercienser Chronik 2, Nr. 13, 1. März 1890, S. 44 · Müller, Eugen: Profeßbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld. St. Ottilien: EOS, 1996. S. 339, Nr. 1663.Vorlage:Page.name: LINTNER, Alois OCist (1802–1890) – Biographia Cisterciensis
