Portsch, Josef

Josef Portsch

Josef Portsch

letzter Abt der Zisterzienserabtei Düsseltal 1777–1803

* 18. Jhdt. Mähren
† ≥1830 ebenda

Josef Portsch, gebürtig aus Mähren, war der letzte Abt der nach der strengeren Observanz lebenden Zisterzienserabtei Düsseltal. Er wurde am 20. Juli 1777 von dem Kölner Weihbischof Karl Alois von Königsegg-Aulendorf unter Assistenz der Äbte Sebastian Schmitz OSB von Groß St. Martin und Ämilian Elbertz OSB von St. Pantaleon in der zum Kölner Dom gehörigen Matthiaskapelle benediziert.

Unter seiner Verwaltung blieb die Anfertigung von Schnupftabakdosen aus Pappmaché ein bedeutender Erwerbszweig des Klosters. Sie wurde auch noch nach der Säkularisation 1803 von den ehemaligen Bediensteten weitergeführt.

Im Oktober 1794 flüchtete Portsch mit seinem Konvent nach Westfalen in das Kloster Marienfeld in Harsewinkel, konnte dort aber nicht bleiben. Nach der Aufhebung der Abtei Düsseltal 1803 ging er zurück nach Mähren und erhielt Zuflucht im Prämonstratenserstift Neu-Reisch (Nová Říše). 1805 verkaufte er seltene mittelalterliche Handschriften (aus der Düsseltaler Bibliothek?) an den dortigen Abt Johann Nepomuk Pelikán (1793–1819).[1] 1806 beantragte er beim bischöflichen Ordinariat Brünn die Erlaubnis, die Pontifikalien gebrauchen zu dürfen.[2]

Wolný erwähnt in seiner Kirchlichen Topographie von Mähren ein Jahresstipendium „für 1 Knaben aus seiner Verwandtschaft“, das der gewesene Abt 1821 bzw. am 21. Januar 1830 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Klosterbruck (Mährisch Lauka) zur Verfügung des jeweiligen Pfarrers gestiftet hat.

Mehrere Schriften aus seinem Nachlass befinden sich im Bestand NŘ (Stift Neureich) der Universitätsbibliothek Brünn (Brno).

gge, Nov. 2025

  1. Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Hrsg. von Bernhard Fabian [1]
  2. [2]

Daten:

Abbas: ben. 20. Juli 1777.

Literatur:

Torsy, Jakob: Die Weihehandlungen der Kölner Weihbischöfe : 1661–1840. Nach den weihbischöflichen Protokollen (Studien zur Kölner Kirchengeschichte, Band 10). Schwann, 1969, S. 89 · Wolný, Gregor: Kirchliche Topographie von Mähren: meist nach Urkunden und Handschriften, Band 4, S. 131.

Zitierempfehlung: Portsch, Josef, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.11.2025, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Portsch,_Josef

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