Petrus Van den Perre
10. und letzter Abt der Zisterzienserabtei St. Salvator 1774–1801
~ 4. April 1736 Antwerpen
† 23. Aug. 1801 ebenda
Petrus Van den Perre, Taufname Johannes Jacobus, wurde am 4. April 1736 in der Kirche St. Jakob in Antwerpen getauft; er war der Sohn des Johannes Jacobus Van den Perre und der Marie Carsier.
Am 7. Februar 1756 in die Abtei St. Salvator (Pieter Pots) in Antwerpen eingetreten, wurde er am 15. Februar als Novize eingekleidet und legte am 17. Februar 1757 die Ordensprofess ab. Am 31. Mai 1760 wurde er zum Priester geweiht und feierte am 15. Juni seine Primiz.
Nach dem Tod des Abtes Petrus de Laet 1774 wurden am 24. Februar 1774 Henricus van Gameren, Bischof von Antwerpen, Joseph von Crumpipen, Kanzler von Brabant, und Joannes Bruyndonckx, Abt von St. Bernhard (Hemiksem), zu Kommissaren ernannt, um den Informativprozess für die Ernennung eines neuen Abtes durchzuführen. Die Wahl fand am 23. April 1774 statt. In ihrem Bericht vom 24. April schlugen die Kommissare Petrus van den Perre als Kandidaten vor, der von sechzehn Wählern vier Erststimmen, drei Zweitstimmen und fünf Drittstimmen erhalten hatte. Am 21. Mai 1774 wurde er zum Abt ernannt und am 6. Juli in sein Amt eingeführt. Die Benediktion empfing er am 11. September 1774 in Mecheln von Erzbischof Kardinal von Frankenberg.
Nach dem Tod des Statthalters Karl von Lothringen 1780 und der Kaiserin Maria Theresia wenige Monate später zeigten sich auch in Belgien die Zeichen des Josephinismus. Durch kaiserliches Dekret vom 28. November 1781 wurde den Ordenshäusern Belgiens jeder Kontakt zu ausländischen Oberen, sogar mit dem Papst, verboten. Damit war den Zisterzienseräbten auch die Teilnahme an den Generalkapiteln in Cîteaux untersagt. Stattdessen sollten sie ihr Nationalkapitel in Brüssel abhalten und einen Oberen aus ihrer Mitte wählen. Wenn auch ungern, unterwarfen sich die Prälaten dem kaiserlichen Dekret. Am 2. und 3. Mai 1782 hielten sie ihr erstes Nationalkapitel im Konvent der Begarden (Alexianer) in Brüssel und wählten den Abt von Baudelo in Gent, Engelbert Delfortrie, für vier Jahre zum Generalvisitator.
Am 10. Januar 1787 wies Bischof Nelis von Antwerpen den Abt an, dafür zu sorgen, dass die strenge Disziplin des Ordens in der Abtei eingehalten werde. Am 19. Oktober 1787 führte der Abt von Boneffe, Gabriel Simon, Generalvisitator der belgischen Klöster seit 1786, eine Visitation der Abtei St. Salvator durch. Die Einnahmen beliefen sich in diesem Jahr auf 5.616 Gulden, die Verbindlichkeiten auf 2.024 Gulden und die Aufwendungen auf 4.204 Gulden, was einen Verlust von 612 Gulden bedeutete.
Nach der Besetzung Begiens durch die französische Invasionsarmee wurden die Peeter-Pots-Herren am 19. Dezember 1796 aus dem Kloster St. Salvator vertrieben. Am 28. Prairial V (16. Juni 1797) wurden die Abteigebäude zusammen mit der Kirche als Nationaleigentum für 61.600 Livres an die Witwe Desmaretz verkauft.
Abt Van den Perre starb am 23. August 1801 im Alexianerkloster in Antwerpen.
gge, Okt. 2025
Daten:
Vest.: 15. Feb. 1756; Prof.: 17. Feb. 1757; Sac.: 31. Mai 1760; Prim.: 15. Juni 1760; Abbas: el. 23. April 1774, ben. 11. Sep. 1774; Dev.: zelo et constantia.Literatur:
Monasticon Belge, Band 8, Province d'Anvers, Volume 1. Liège: Centre national de recherches d’histoire religeuse, 1993, S. 98–99 · Van Doninck, Benedictus: Mittheilungen über unsere Klöster und Ordensbrüder in Belgien zu Ende des 18. Jahrhunderts 10 (1898), S. 225ff.Vorlage:Page.name: VAN DEN PERRE, Petrus OCist (1736–1801) – Biographia Cisterciensis
